und warum ich manchmal schreien möchte
Das hier sind meine blauen Urlaubsschuhe, wenn ich auch dem Weg zum Strand bin.
Eigentlich ziehe ich sie nur aus, weil ich den Sand unter meinen Füßen spüren will.
Mehr nicht.
Ein Moment für mich, ein Atemzug Urlaub.
Aber dann passiert es:
Da liegt wieder etwas. Ein Deckel. Ein Plastikring. Ein Stück Netz.
Klein, leicht, unscheinbar. Und doch groß genug, um einem Tier das Leben schwer zu machen.
Groß genug, um mich jedes Mal wieder darüber zu ärgern.
Und während ich mich bücke und es aufhebe, frage ich mich oft:
Warum seid ihr da gerade dran vorbeigelaufen?
Wie schwer kann es bitte sein?
Wirklich – WAS ist euer Problem?
Ich bin kein Öko-Heiliger. Ich halte keine Vorträge, ich poste keine moralischen Appelle.
Ich will doch einfach nur den Strand genießen. Aber wenn etwas da liegt, kann ich nicht wegschauen.
Ich will nicht wegschauen.
Also sammle ich es ein –
nicht in einer fancy Umwelttasche, sondern in meinen blauen Schuhen.
Ganz simpel, ganz nebenbei, während ich am Strand spazieren gehe.
Wenn ich den Strand verlasse, kippe ich alles in den nächsten Mülleimer,
spüle meine Füße ab, meine Schuhe, und gehe weiter.
Kein großer Akt.
Nur ein kleiner Schritt.
Aber hundert kleine Schritte machen mehr, als gar kein Schritt.
Und jedes Mal denke ich:
Wenn ich es sehe und etwas tun kann –
warum nicht alle?

Das hier ist kein Kunstprojekt. Das ist einfach nur mein Strandspaziergang (an der Algarve)