Madeira – der Beginn einer großen Liebe
Manche Reisen bleiben einfach im Kopf. Und manche verändern etwas.
Madeira im Jahr 1997 war für mich genau so eine Reise. Damals habe ich noch nicht gewusst, dass diese Insel mich so lange begleiten würde. Es war einfach ein neues Ziel. Und doch war es mehr.
Wenn ich heute die alten Fotos anschaue, kommen die Erinnerungen sofort wieder zurück. Die Landschaft, das Licht, diese besondere Stimmung, die sich nur schwer beschreiben lässt. Es war der Anfang von etwas, das ich damals noch gar nicht einordnen konnte.
Heute weiß ich:
Es war der Beginn einer großen Liebe.
Porto Moniz – die raue Seite Madeiras
Porto Moniz liegt an der Nordküste von Madeira – und genau das merkt man sofort.

Während der Süden der Insel oft sonniger und ruhiger wirkt, zeigt sich Madeira hier von einer ganz anderen Seite. Die Küste ist rauer, das Meer kraftvoller, und die Natur wirkt ursprünglicher.

Besonders bekannt ist Porto Moniz für seine natürlichen Lavapools. Diese sind durch erkaltete Lava entstanden und werden vom Atlantik gespeist. Das Wasser ist klar, und gleichzeitig spürt man immer die Nähe zum offenen Meer, das gegen die Felsen schlägt.


Es ist ein Ort, der nicht still ist, sondern lebt. Der Wind, die Wellen, die dunklen Felsen – alles wirkt intensiver.
Der Name Porto Moniz geht übrigens auf einen der ersten Siedler der Insel zurück, der im 15. Jahrhundert hier gelebt haben soll. Auch wenn der Ort heute ein beliebtes Ziel ist, hat er sich dieses ursprüngliche Gefühl bewahrt.
Der Brautschleier – Natur in Bewegung
Auf dem Weg entlang der Nordküste gibt es immer wieder Momente, in denen man einfach stehen bleiben muss.
Der sogenannte „Brautschleier“ ist einer davon. Ein Wasserfall, der sich von den steilen Felsen hinunter ins Meer zieht – fein wie ein Schleier, der sich über die dunklen Gesteinswände legt.

Gerade an der Nordküste wirkt dieses Zusammenspiel aus Wasser, Felsen und Meer besonders intensiv. Nichts ist still, alles ist in Bewegung.
Es sind genau solche Orte, die für mich das Gefühl von Madeira ausmachen.
Wild, ursprünglich – und gleichzeitig unglaublich schön.
Monte – ein Blick von oben
Hoch über Funchal gelegen, fühlt sich alles ein wenig ruhiger an. Die Luft ist frischer, die Geräusche der Stadt treten in den Hintergrund, und der Blick öffnet sich über die Dächer bis hinaus aufs Meer.

Monte ist ein Ort, der viel Geschichte in sich trägt. Hier steht die Kirche Nossa Senhora do Monte, in der auch der letzte österreichische Kaiser Karl begraben ist. Ein Detail, das man vielleicht nicht sofort erwartet – und das zeigt, wie viele unterschiedliche Geschichten sich auf Madeira begegnen.

Bekannt ist Monte auch für die traditionellen Korbschlitten, mit denen man den Berg hinunterfahren kann. Eine ungewöhnliche Art der Fortbewegung, die bis heute erhalten geblieben ist.

Für mich war Monte aber vor allem eines: ein Ort zum Ankommen.
Ein Platz, an dem man stehen bleibt, schaut – und einfach für einen Moment über alles hinweg sieht.
Machico – ein Ort zum Ankommen
Machico war für mich ein ganz anderer Ort als Porto Moniz oder Monte.
Hier wirkt alles offener, weiter, fast ein bisschen entspannter. Die Bucht, das Meer, die Häuser – alles fügt sich zu einem Bild, das leichter wirkt als an vielen anderen Orten der Insel.

Gleichzeitig hat Machico eine besondere Bedeutung für Madeira. Hier sollen im 15. Jahrhundert die ersten portugiesischen Entdecker gelandet sein. Ein Ort, an dem die Geschichte der Insel ihren Anfang genommen hat.

Und vielleicht ist es genau dieses Gefühl, das geblieben ist. Ein Platz, an dem etwas beginnt.
Für mich war Machico ein Ort, an dem man einfach sein kann. Ohne große Eindrücke, ohne überwältigende Natur – sondern ruhig, offen und angenehm.

Ein schöner Gegenpol zu den anderen Seiten Madeiras.
Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, sind es nicht nur die einzelnen Orte, die mir in Erinnerung bleiben.
Es ist dieses Gefühl, das sich langsam aufgebaut hat. Mit jedem Tag, mit jedem Blick auf das Meer, mit jedem neuen Ort, den ich entdeckt habe. Madeira war für mich nie nur eine Reise.
Es war ein Ankommen, ein Kennenlernen – und irgendwann ein Vertrautwerden.
Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem aus einer Reise mehr wird.
Der Moment, in dem man merkt, dass man nicht nur unterwegs ist, sondern dass ein Ort einen berührt.
Für mich war Madeira genau das.