*RETRO* Potsdam 1990

Potsdam 1990.
Eine andere Zeit, ein anderes Land, ein anderes Ich. Es war ein Ort im Wandel – und ich war mittendrin.

Wer kennt diese Stückelfotos nicht?
Irgendwie will nie alles auf ein Bild passen –so wie hier beim Neues Palais.

Also macht man mehrere Fotos. Eines nach dem anderen. Und erst später, im Fotoalbum,
legt man sie nebeneinander.

Plötzlich entsteht ein Panorama. Nicht perfekt, nicht nahtlos – aber vollständig.

Das Neues Palais ist eines der letzten großen Schlossbauten Preußens – und zugleich eines der deutlichsten Zeichen von Machtbewusstsein.

Erbaut wurde es zwischen 1763 und 1769 im Auftrag von Friedrich II. von Preußen, auch bekannt als Friedrich der Große.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Der Siebenjährige Krieg war gerade beendet, Preußen hatte enorme Verluste erlitten – und genau deshalb ließ Friedrich dieses Schloss errichten. Nicht als Wohnsitz. Sondern als Statement.

Das Teehaus

Zwischen all der Größe und Monumentalität des Neuen Palais taucht plötzlich etwas ganz anderes auf:
das Chinesisches Haus.

Klein, verspielt, fast zierlich. Ein Ort, der nicht beeindrucken will, sondern zum Verweilen gedacht war.

Das Teehaus steht für eine andere Seite dieser Zeit: für Leichtigkeit, für Exotik, für die Lust am Schönen und Fremden.

Schloss Sanssouci

ist kein Schloss, das beeindrucken will. Es ist ein Schloss, das Rückzug sucht.

Erbaut wurde es ab 1745 ebenfalls von Friedrich II. von Preußen
aber mit einer ganz anderen Absicht als das Neue Palais.

Sanssouci bedeutet: ohne Sorge. Und genau so war dieser Ort gedacht.

Das Schlosstheater im Neuen Palais

liegt etwas versteckt im Neuen Palais – und genau das macht seinen Reiz aus.

Es wurde im 18. Jahrhundert für den höfischen Kreis gebaut, nicht für die große Öffentlichkeit.
Kein Prunk für Massen, sondern Kultur für wenige.

Charlottenhof ist stark von Italien inspiriert. Helle Flächen, klare Linien, viel Licht und Luft.

Die Orangerie

diente ursprünglich dazu, Zitrusbäume und exotische Pflanzen zu überwintern. Doch sie ist weit mehr als ein Zweckbau.

Terrassen, Arkaden, Türme – alles ist auf Weite, Licht und Blickachsen angelegt. Und hier sieht man auch im Vordergrund Friedrich den Großen.

Heute sieht vieles sicher anders aus. Gepflegter, restaurierter, vielleicht auch glatter.

Doch so kurz nach der Maueröffnung war dieser Ausflug etwas Besonderes.
Ein Besuch in der ehemaligen DDR, die plötzlich nicht mehr fern war, sondern direkt vor der Tür lag.

Und das Erstaunlichste daran:
Ich konnte einfach einsteigen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hinfahren.

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