Wie ein Beitrag bei mir entsteht
Manchmal fragen Leute:
„Wie entsteht eigentlich ein Blogbeitrag bei dir? Setzt du dich hin und schreibst einfach los?“
Und meine ehrliche Antwort wäre:
„Haha… wenn’s doch so einfach wäre.“
In Wirklichkeit läuft es eher so:
1. Der Geistesblitz – meistens wenn ich NICHT am Schreibtisch sitze
Die besten Ideen kommen,
wenn ich eigentlich gerade etwas völlig anderes mache: Wäsche zusammenlegen, in der Mittagspause bei der Arbeit, wenn ich eine Doku im TV gucke oder einfach nur, wenn ich durch die Gegend spaziere.
Zack — da ist er.
Der Moment, in dem mein Gehirn sagt: Schreib es auf !!
2. Mein Bullet Journal ( Kurz BuJo)
Ich mache mir dann Notizen. Und zwar überall.
Ich habe fast immer mein BuJo dabei. Ein kleines Heft für plötzlich Einfälle.
Die Notizen sehen aus wie kleine Schatzkarten:
„Tempel – heiß – Staub – wah!“
„Geruch vom Hafen“
„Fingerhut!!!“
Für Außenstehende etwas wirr.
Für mich: Gold wert.
3. Die große Fotosichtung:
„Warum hab ich 300 Bilder von EINER Säule?“
Ich schaue meine Fotos durch und stelle erst mal fest:
Ich fotografiere ALLES.
Und davon VIEL- SEHR VIEL. Irgendwann finde ich das Bild, das einen ganzen Beitrag trägt.
Manchmal ist es ein Meisterwerk.
Manchmal ist es… nun ja… schief.
Aber hey: Es erzählt etwas.
4. Schreiben:
Mal Marathon, mal Schneckentempo
Wenn ich schreibe, passiert eines von zwei Dingen:
Ich schreibe wie im Rausch, tippe wie eine Wahnsinnige und merke eine Stunde später, dass mein Tee kalt ist. Meine Notizen, Stichworte und Abkürzungen ergeben auf den ersten Blick einen fertigen Text.
oder
Ich starre fünf Minuten auf ein Wort, weil mein Gehirn kurz auf Weltreise gegangen ist.
Beides völlig normal.
5. Der letzte Satz – mein kleiner Stolz-Moment
Ich liebe Schluss-Sätze.
Die müssen sitzen, Sie müssen den Moment in einem Satz einfangen können, Sie müssen Gefühle, Gerüche und/ oder etwas Transportieren können.
Manchmal purzeln sie mir einfach in den Kopf.
Manchmal komme ich mir vor wie eine Dichterin im Café,
die versucht, einen poetischen Knallersatz zu bauen.
Wenn ich ihn finde, denke ich immer:
„Ja! Jetzt passt’s.“
6. Und warum mache ich das alles?
Weil Schreiben mein Wohlfühlplatz ist. Ich schreibe mich aus meinem Alltag raus, ich bin mal kurz weg.
Mein kleines Abenteuer zwischendurch.
Mein „Ich bin wieder da“-Moment.
Es erdet mich — und macht mir einfach Spaß und gibt mir Energie.
Und wenn jemand meinen Blog liest und sagt:
„Ich war kurz mit dir dort.“
… dann war es jede Minute wert.
Fazit
Ein Blogbeitrag entsteht bei mir nicht wie eine Maschine. Ich bin ja auch keine Maschine.
Eher wie ein kleines Chaos…
das sich am Ende in etwas Schönes verwandelt. Und genau so mag ich es
