Kennt ihr das?
Man fliegt immer wieder zu einem Ort zurück und schon beim Landeanflug fühlt es sich an wie:
„Ich komme nach Hause.“
So geht es mir mit Madeira.
Diese Insel ist mein Herz-Zuhause. Hier fühle ich mich wohl, hier bin ich gerne.
Madeira ist klein – und gleichzeitig riesig.
Sie hat unzählige Gesichter, wechselt Stimmungen mit Licht und Wolken und überrascht mich jedes Mal aufs Neue.
Natürlich hat sich die Insel im Laufe der Jahre verändert. Manches gefällt mir besser, anderes weniger.
Aber egal, wie sie sich wandelt:
Ich liebe dieses Island.
Funchal – Herzschlag der Insel
Die Hauptstadt Madeiras ist für mich wie ein lebendiges Wohnzimmer.
Voller Trubel, Leben, Geschichte, Gärten und Kunst.
Ein Ort, an dem ich stundenlang durch die Gassen schlendern kann – ohne Ziel, einfach nur, weil es sich gut anfühlt.
Die Türen von Funchal – Kunst gegen die Stille
In den Gassen der Altstadt von Funchal gibt es einen Ort, der jedes Mal mein Herz berührt:
die Rua de Santa Maria mit ihren bemalten Türen.
Was heute wie eine bunte Freiluftgalerie wirkt, begann aus einem ganz anderen Gefühl heraus.
Nach den schweren Überschwemmungen und Erdrutschen im Jahr 2010 war vieles auf Madeira verletzt – Häuser, Straßen, aber auch die Stimmung der Menschen.
Die Altstadt war heruntergekommen, Türen verwittert, Häuser leer.
Und statt alles abzureißen, entschieden sich ein paar Künstler und Bewohner für etwas völlig anderes:
Farbe. Hoffnung. Kunst.
2010/2011 startete das Projekt „artE de pORtas abErtas“.
Tür für Tür wurde bemalt, gestaltet, verwandelt – über 200 Eingänge, jeder mit einer eigenen Geschichte, jeder wie ein kleines Fenster in die Seele der Insel.
Wenn ich heute durch diese Gasse gehe, fühle ich genau das:
Hier hat jemand beschlossen, der Dunkelheit etwas Buntes entgegenzusetzen.
Nicht groß, nicht monumental – sondern Tür für Tür, Schritt für Schritt.
Und jedes Mal, wenn ich in Funchal bin, gehe ich durch diese Straße.
Sie gehört für mich zu Madeira wie der Blick aufs Meer.
Sie ist lebendig, warm, kreativ – und erinnert mich daran, dass Schönheit manchmal genau dort entsteht, wo es vorher besonders dunkel war.




















Die Markthalle von Funchal – bunt, laut, voller Leben
Die Markthalle von Funchal ist… nun ja…ein kleines Abenteuer für die Nase.
Es riecht nach Blumen, nach Obst, nach Fisch – manchmal auch nach zu viel Fisch.
Und trotzdem gehe ich jedes Mal wieder hin. Nicht, um viel zu kaufen, sondern weil dieser Ort ein Stück echtes Madeira ist.
Die Stände sind überfüllt mit Farben: Papayas, Maracujas, Drachenfrüchte, winzige Bananen – alles leuchtet, alles ruft „probier mich!“, und manchmal bereut man es später, weil die Verkäufer*innen gerne sehr… überzeugend sind.



Aber das Highlight, jedes Mal:
Der Espada.
Der schwarze Degenfisch.
Ein Fisch so hässlich, dass man sich fragt, ob die Natur einen schlechten Tag hatte.
Große Augen, spitze Zähne, dunkel wie die Tiefsee – er sieht aus, als wäre er direkt aus einem Horrorfilm zum Frühstück erschienen.

Und trotzdem:
Es ist der leckerste Fisch auf Madeira.
Zart, mild, perfekt gebraten – am besten in der Kombination „Espada com Banana“, die so verrückt klingt, dass man sie probieren muss.
Wenn ich durch die Markthalle gehe, schaue ich immer kurz zu den Espada-Ständen.
Einfach, weil sie mich an meine vielen Madeira-Reisen erinnern.
Weil sie so typisch sind.
Weil sie ein bisschen schräg aussehen – aber genau das macht sie liebenswert.



Und vielleicht auch, weil ich inzwischen gelernt habe:
Manchmal sind die unscheinbaren (oder hässlichen) Dinge am Ende die aller schönsten.
Parque de Santa Catarina – die stille grüne Seele Funchals
Mitten in der lebhaften Hauptstadt Funchals gibt es einen Ort, an dem die Zeit langsamer wird:
den Parque de Santa Catarina.
Er liegt direkt zwischen dem Hafen und dem Casino, aber sobald man den Fuß über die Schwelle setzt, verschwinden Lärm, Verkehr und Hektik. Plötzlich ist alles ruhig. Nur Grün. Nur Weite.
Nur Madeira.









Breite Rasenflächen, Palmen, riesige Schattenbäume und bunte Blumenbeete – als hätte jemand ein kleines Stück Natur mitten ins Herz der Stadt gesetzt. Von hier hat man außerdem einen der schönsten Blicke auf den Hafen und die ankommenden Schiffe.
Der Parque de Santa Catarina ist kein spektakuläres Highlight –
aber er ist einer dieser Plätze, die man jedes Mal wieder findet, weil der Park nach einer Tour durch Funchal pure Erholung ist.
