In Ägypten kommt man an Papyrus nicht vorbei.
Dieses „Papier“ der Pharaonen wirkt immer ein bisschen geheimnisvoll –
vielleicht, weil ich weiß, dass früher nur wenige Menschen überhaupt schreiben konnten.
Für sie war Papyrus etwas so Wertvolles wie heute ein ganzes Buch voller Wissen.
Dabei beginnt alles schlicht – mit einer Pflanze aus dem Nil.
Der Stängel wird längs in Streifen geschnitten, eingeweicht, gekreuzt übereinandergelegt
und dann tagelang gepresst.
Schicht für Schicht entsteht ein Blatt, das erstaunlich haltbar ist.
Ein zeitaufwändiger Prozess, aber das Material war im alten Ägypten überall verfügbar.
Kein Wunder also, dass daraus nicht nur Schriftrollen,
sondern auch farbenfrohe Bilder entstanden.
Es ist verrückt, dass so ein schlichtes Stück Papyrus
heute noch Geschichten trägt – als hätte die Zeit es einfach vergessen.
Ich habe mich bewusst für ein Motiv mit Tempeltänzerinnen entschieden.
Nach so vielen Tempelanlagen, Säulenhallen, Götterdarstellungen und Hieroglyphen brauchte ich etwas… Lebendiges.
Etwas, das Bewegung zeigt.
Etwas, das mir sagt:
„Hier waren nicht nur Götter und Pharaonen – hier waren auch Menschen.“
Ich habe mich bewusst für ein Motiv mit Tempeltänzerinnen entschieden.
Nach so vielen Tempelanlagen, Säulenhallen, Götterdarstellungen und berühmten Königsnamen brauchte ich etwas, das mich an die Menschen erinnert.
Nicht an die Pharaonen, sondern an das Volk, ohne das all diese Monumente nie existiert hätten.
Die Tänzerinnen kamen – soweit man weiß – nicht aus der Elite.
Sie waren Teil der Gemeinschaft, ganz normale Frauen,
die bei Festen, Prozessionen oder Tempelritualen tanzten.
Vielleicht war ihr Leben leichter als das der Bauern,
aber sie gehörten trotzdem zum Volk.
Und genau das macht dieses Bild für mich so besonders:
Es zeigt nicht die großen Herrscher, sondern die Menschen dazwischen.
Die, die gelebt, gefeiert, getanzt haben –
und die oft vergessen werden, obwohl sie Ägypten genauso geprägt haben.

Die Tänzerinnen wirken, als würden sie gleich weiterziehen,
als hätten sie ihre Musik nur kurz pausiert, um mich anzusehen.
Sie erinnern mich daran, dass das alte Ägypten nicht still war,
sondern voller Rhythmus, Farbe und Leben –
getragen von all den Menschen, die nie in den Geschichtsbüchern stehen.